Beweisvereitelung durch Vernichtung der Prothese

Kann der Patient den Beweis eines Behandlungsfehlers nicht erbringen, weil der Zahnarzt die Prothese vernichtet hat und daher nicht an den Sachverständigen übersenden konnte, liegt eine Beweisvereitelung durch den Zahnarzt vor. Hat der Patient keine andere Beweismöglichkeit, ist es gerechtfertigt, dem Zahnarzt die Beweislast für das Fehlen von Mängeln der Prothese in vollem Umfang aufzuerlegen.

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Verblockung von Zahnersatz

Aus Gründen der Vermeidung einer Erkrankung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) müssen bei einer Versorgung mit Zahnersatz möglichst viele Zähne unverblockt bleiben. Nimmt der Zahnarzt eine medizinisch nicht angezeigte Verblockung vor, ist dies als Behandlungsfehler zu werten. Hat der Zahnarzt die Behandlung mangelhaft dokumentiert und kann aufgrund dessen im Nachhinein nicht mehr beurteilt werden, ob die vom Zahnarzt gewählte Therapie indiziert war, geht dies zu Lasten des Zahnarztes. Liegen neben der Verblockung der Zähne weitere Mängel vor wie beispielsweise eine fehlende Passgenauigkeit einzelner Kronen in der Gesamtverblockung, ist eine Entfernung des gesamten Zahnersatzes und eine entsprechende Neuanfertigung erforderlich, da eine Nachbesserung einzelner Kronen nicht möglich ist.

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Schadensersatzpflicht des Zahnarztes für Verzögerung sachgemäßer Behandlung

Versäumt der Zahnarzt die gebotene und von der Krankenkasse bewilligte Behandlung in Form einer Kieferkorrektur durch Einsatzes einer Multibandapparatur um einen langen Zeitraum, in dem der Patient überflüssig einen Bionator tragen musste, hat der Patient einen Anspruch auf Zahlung eines Schmerzensgelds. Hat infolge der Verzögerung statt der Krankenkasse der Patient selbst die Kosten der erforderlichen nachfolgenden sachgemäßen Behandlung zu tragen, handelt es sich um einen Schaden, den der erstbehandelnde Zahnarzt ersetzen muss. Ein Mitverschulden des Patienten ist nicht darin zu sehen, dass der nachbehandelnde Zahnarzt nach einem eigenen Plan arbeitete, statt den Plan des Erstbehandlers zu übernehmen. Sieht man darin einen unnötige Kosten verursachenden Fehler des Zweitbehandlers, zählt dies nicht zum Risiko des Patienten. Der Erstbehandler kann allenfalls eine Abtretung der insoweit begründeten Ersatzansprüche des Patienten gegen den Zweitbehandler beanspruchen. Er wird jedoch nicht von der Zahlung von Schadensersatz an den Patienten befreit (OLG Koblenz, Urteil vom 27.01.2016, 5 U 811/15).

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Überstopfen eines Zahns

Mit Urteil vom 10.03.2015 zum Aktenzeichen 6 S 310/14 hat das Landgericht Koblenz entschieden, dass das Überstopfen eines Zahns einen Behandlungsfehler darstellt, wenn dadurch die Gefahr des Entstehens eines entzündlichen Prozesses gegeben ist. Etwas anderes gilt lediglich dann, wenn der Zahnarzt für das Überstopfen eine medizinische Notwendigkeit und weitere Maßnahmen zur Abwendung der drohenden Entzündungsgefahr darlegt und beweist.

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Aufklärung vor Zahnextraktion

Mit Urteil vom 23.09.2015 hat das Oberlandesgericht Koblenz zum Aktenzeichen 5 U 603/15 entschieden, dass der Zahnarzt den Patienten vor einer Zahnextraktion über die Möglichkeit einer Wurzelkanalbehandlung aufklären muss. Der Zahnarzt muss insofern die Durchführung einer ordnungsgemäßen Aufklärung beweisen.

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